DBT-Selbsthilfegruppe Karlsruhe
DBT-Selbsthilfegruppe Karlsruhe

Dissoziation

Wann entsteht "Dissoziation"?

Dissoziation ist eine Notfallreaktion.

 

Dissoziation erfolgt dann wenn man extreme Angst oder emotionale Anspannung erlebt. Sie ist ein Teil der Freezereaktion und ermöglicht es, traumatisierende Situationen zu überstehen.

Was versteht man unter Dissoziation?

Dissoziation ist ein psychischer und gelegentlich auch körperlicher Schutzmechanismus mit dem Ziel, die eigene Unversehrtheit zu schützen. Vereinfacht könnte man sagen: die Dissoziation trennt das psychische Erleben von der Sinneswahrnehmung des Körpers ab. "Ich muss nicht erleben, was dem Körper passiert".

 

Dissoziationen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und können wenige Sekunden oder Minuten oder Stunden andauern. Meist weiß man hinterher nicht, wie lange die Dissoziation gedauert hat: das Zeitgefühl geht verloren.

 

Manche Menschen stellen fest, dass sie manchmal Dinge tun, an die sie sich hinterher nicht mehr erinnern können, die aber offensichtlich dennoch von ihnen getan wurden. Wenn das regelmäßig passiert, erleben es die Betroffenen so, als ob ein oder mehrere Persönlichkeitsanteile in ihnen zu Hause wären, die von einander wenig oder gar nichts wissen. Dies führt nicht selten zu einer erheblichen Verunsicherung im Selbst-Erleben, das Gefühl der Identität, der Frage wer ich eigentlich bin, ist dann gestört.

 

Dissoziation kann sich in unterschiedlichen Bereichen auswirken: meist ist das Denken betroffen: man kann sich nicht an Dinge erinnern, die passiert sind (Amnesie) oder erinnert sich nur an wenige Bilder oder einzelne Sätze, die gesagt wurden (fragmentarische Erinnerung). Oft kann man von dem traumatischen Ereignis nicht zusammenhängend erzählen oder zweifelt ob es passiert ist.

 

Dissoziation kann sich aber auch mehr auf der körperlichen Ebene auswirken. Es kann zu einer Veränderung der Wahrnehmung kommen: Sehstörungen (Tunnelblick, Nebelsehen), Veränderung der Hör- oder Geruchsempfindung, emotionale Taubheit (als ob die Fähigkeit zu fühlen verlorengeganen wäre) oder die Unfähigkeit, verschiedene Körperregionen zu spüren. Es kann sein, dass man keine Schmerzen spürt (Anästhesie) oder sich ganz oder teilweise nicht mehr bewegen kann (Lähmung). Aber gerade Schmerzen können auch Ausdruck einer Traumatisierung sein; der Körper spürt dann, was (noch) nicht ins Bewusstsein gelangen darf. Somit ist häufig auch das Gefühlsleben von Dissoziationen betroffen.

 

Wir können also zusammenfassen, dass Dissoziation unterschiedlichste Bereiche des Erlebens betreffen kann: die Wahrnehmung, die Gefühle, den Körper, die Gedanken, die Erinnerungen, die eigene Identität.

Was sind die Folgen?

In einer traumatisierenden Situation ist die Dissoziation eine Notfallreaktion. Wenn man wieder außer Gefahr ist, kann es jedoch immer wieder zu neuen Dissoziationen kommen, auch in "normalen" Alltagssituationen. Man nennt dies "symptomatische Dissoziation". Menschen, die oft in Gefahr waren und oft dissoziierten, können viel schneller in dissoziative Zustände zurückfallen. Wenn man dissoziiert, obwohl man nicht wirklich in Gefahr ist, ist die Dissoziation zu einem Symptom geworden, das die "Funktionsfähigkeit" im Alltag und die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

 

Die Auslöser (Trigger) für diese Art der Dissoziation sind oft nicht bewusst. Man erlebt dann nur, dass von jetzt auf gleich starke Symptome auftauchen.

Die Trigger können sich von Mensch zu Mensch sehr unterscheiden, hängen aber mit dem persönlich erlebten Trauma zusammen: z.B. ein bestimmter Geruch, ein bestimmtes Wort oder eine Berührung. Jemand, der eine Brandkatastrophe erlebt hat, wird vielleicht dissoziieren, wenn er nur ein kleines Feier riecht.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schönes bauen

Nächstes Treffen:

17.09.2019

von 18.30 - 20.00 Uhr

 

Bei Interesse, einfach

Kontakt per Mail aufnehmen

  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© DBT-Selbsthilfegruppe Karlsruhe